Sonntag, 10. Januar 2016

Nemesis (verkaufte Unschuld) - Stefanie Ross

Seit langer Zeit habe ich mal wieder einen Thriller gelesen und wurde nicht enttäuscht. Spannend bis auf die letzte Seite. Worum geht's?


Die Gesichte spielt in Hamburg und Umgebung. Sandra Meinke, Kriminalkomissarin bei der Hamburger Polizei, kommt einem professionellen Kinderhändlerring auf die Spur. Leider nimmt sie anfangs keiner wirklich Ernst und sie ermittelt privat auf eigene Faust weiter. 
Dies ändert sich, als sie zufällig Daniel Eddings trifft - ein Mitglied der amerikanischen Spezialeinheit Navy SEALs. Er ist der Erste, der ihr glaubt.
Ab da wird gemeinsam ermittelt, zusammen mit dem Hamburger LKA. Und dabei stoßen sie auf Widerstand in den eigenen Reihen. Schnell wird klar, dass die Täter weder von toten Kindern, noch von toten Polizisten zurückschrecken, um ihr Geschäft zu sichern...

Es ist wie so häufig - manche Bücher wirken so unscheinbar und dann wird man beim Lesen überrascht. Schon nach den ersten Seiten war ich gefesselt und das änderte sich bis zum Ende nicht. Demnach hab ich den Thriller wirklich in einem Rutsch gelesen.
Was für die Geschichte spricht.
Stefanie Ross hat eine interessante Mischung geschaffen, zwischen einem spannenden und sprachlos machenden Fall, der deutschen Polizei und einer ominösen amerikanischen Spezialeinheit.
Daneben gibt es die Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren Daniel und Sandra, was der Story noch eine besondere Note gibt. Ich denke, die Mischung aus all den Dingen macht es aus, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen.
Einige Dinge wirken zwar konstruiert und manches ist wirklich sehr klischeehaft, aber das empfand ich nicht störend. Letztlich soll ein Buch ja erst mal eines: gut unterhalten! 

Auf alle Fälle habe ich jetzt Blut geleckt, was bedeutet, dass ich mir sicher noch weitere Bücher der Autorin zulegen werde. Zumal ich gesehen habe, dass es weitere Bücher mit dem gleichen Team gibt. ;)

Neugierig geworden?
Länge: 531 Seiten
Verlag: Amazon Publishing
Link zum Buch - Amazon
Homepage der Autorin: Stefanie Ross

Donnerstag, 5. November 2015

Buchzitat #1

Wer niemals ganze Nachmittage lang mit glühenden Ohren und verstrubbeltem Haar über einem Buch saß und las und die Welt um sich her vergaß, nicht mehr merkte, dass er hungrig wurde oder fror -
Wer niemals heimlich im Schein einer Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen hat, weil der Vater oder die Mutter oder sonst irgendeine Person einem das Licht ausknipste mit der gutgemeinten Begründung, man müsse jetzt schlafen, da man doch morgen so früh aus den Federn sollte -

Wer niemals offen oder im geheimen bitterliche Tränen vergossen hat, weil eine wunderbare Geschichte zu Ende ging und man Abschied nehmen musste von den Gestalten, mit denen man gemeinsam so viele Abenteuer erlebt hatte, die man liebte und bewunderte, um die man gebangt und für die man gehofft hatte, und ohne deren Gesellschaft einem das Leben leer und sinnlos schien -

Wer nichts von alledem aus eigener Erfahrung kennt, nun, der wird wahrscheinlich nicht begreifen können, was Bastian jetzt tat.

Aus Michael Ende's "Unendlicher Geschichte", die ich heute beim Packen der Umzugskartons aus dem Regal gezogen habe. Ein schöner Abschnitt finde ich und so treffend. I like! 

Freitag, 30. Oktober 2015

Nina Hunter - Die Schattenseherin



Edinburgh, Schottland: die junge Zoe arbeitet als Tatortfotografin und kaum jemand weiß um ihre besondere Gabe. Sie kann mithilfe des Blutes der Opfer deren letzte Minuten vor dem Tod sehen. Bei einem neuerlichen und besonders abscheulichen Fall gerät sie jedoch in die Fronten eines schon Jahrhunderte dauernden Kampfes zwischen Himmel und Hölle.  Bald weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann – ob Engel oder Dämonen. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Cale, der ihr in ihren Träumen erscheint und bei dem sie das Gefühl hat, dass er ihr helfen kann. Doch kann sie ihm trauen? 



Die Schattenseherin ist für mich das erste Buch von Nina Hunter. Um ehrlich zu sein, lag es jetzt lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher und wurde nun spontan heraus gepickt. Die Geschichte ist an sich beginnt sehr spannend. Als Leser ist man recht schnell in der Story drin und hat schnell einen Bezug zu den Hauptpersonen Zoe und Cale. Aber schon nach einigen Seiten habe ich viele Passagen einfach überflogen – was meist dafür spricht, dass ich ein wenig gelangweilt bin. Woran mag das gelegen haben?

Im Nachhinein gesehen, ging mir vieles einfach zu schnell. Mir fehlte bei vielen Figuren ein genaueres Bild – manche Situation war dann für mich erst mal nicht logisch oder kam zu plötzlich. Die Spannung war zwar da, aber ich hätte an vielen Stellen gerne „mehr“ gehabt. So hat vieles für mich nur an der Oberfläche gekratzt und manche Dinge wiederum kamen sehr detailliert, was es so nicht gebraucht hätte. Sehr schade.
Normalerweise ist diese Thematik schon genau mein Ding – Engel, Dämonen…allerlei Übernatürliches… Aber leider hat mich das Buch so nicht überzeugen können. 
Trotzdem ein netter Zeitvertreib, wenn man über einiges hinwegsieht. 

Verlag: Heyne
Taschenbuch, 320 Seiten

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Sara Gruen - Die Frau am See

Nach längerer Auszeit hatte ich mich wieder mal auf eine Leserunde bei Lovelybooks beworben und mit einer Auslosung überhaupt nicht gerechnet. Aber was soll ich sagen? Ich hatte Glück. ;)

Als Erstes vom wunderschönen Cover angesprochen, machte mich auch die Kurzbeschreibung neugierig. Eine Geschichte, die in Schottland spielt - am schönen Loch Ness. Ohne weiter darüber nachzudenken: mein Ding. Aber um was geht es?

Wir befinden uns im Jahr 1945, zur Zeit des 2.Weltkriegs. Die junge Amerikanerin Maddie macht sich, wenn auch nicht ganz freiwillig, mit ihrem Ehemann Ellis und dessen Freund Hank auf die beschwerliche Reise nach Schottland, um einen Beweis für das Seeungeheuer am Loch Ness zu finden. Jedoch erpuppt sich das eigentlich gedachte kleine Abenteuer als wirkliche Herausforderung: kein gewohnter Luxus, rationiertes Essen und nicht gerade gastfreundliche Menschen. Da Ellis und Hank sie meist auf ihre Exkursionen nicht mitnehmen, ist sie auf sich allein gestellt und freundet sich langsam mit den Menschen an, die mit ihr in der Pension arbeiten oder leben. 
Dabei bekommt Maddie einen ganz neuen Blick auf auf ihr Leben - und es wird ihr bewusst, dass alles nicht so ist wie es scheint und dass sie ihre Zukunft selbst in der Hand hat... 

Sonntag, 1. Juni 2014

Die Lust des Bösen - Cassandra Negra

Die junge Profilerin Lea Lands bekommt es bei ihrem ersten Einsatz gleich mit einem schweren, grauenhaften Fall zu tun: in Hitlers ehemaligen Fahrerbunker in den Katakomben von Berlin wird eine grausam zugerichtete Frauenleiche entdeckt. Kurz darauf gibt es einen zweiten Mord, der dem ersten ähnelt. Die Berliner Polizei muss von einem Serienkiller ausgehen und ermittelt in der rechten Szene. Hier gerät Lea in den Bann des gutaussehenden Chefs der Nationalpartei, Jack, mit dem sie eine Affäre beginnt. Doch schon bald sprechen einige Indizien gegen Jack und Lea muss sich fragen, ob er etwas mit den Morden zu tun haben könnte. Sie spürt, dass sie dem Täter schon sehr nahe sein muss - wird sie rechtzeitig das Rätsel lösen, bevor noch ein weiterer Mord geschieht?
Dies war seit langer Zeit mal wieder ein Thriller, an den ich mich gewagt habe. Und ich wurde bei dem Buch in keinster Weise enttäuscht. Innerhalb von zwei Tagen war ich durch - mit insgesamt doch 476 Seiten. Das sagt schon mal ein wenig über den Inhalt aus: spannend. Punkt.
Und doch ist der Schreibstil hier ein wenig anders - die Autorin bringt immer wieder neue Erzählstränge ins Spiel, mit denen man anfangs nicht weiß, wieso man plötzlich hiermit konfrontiert wird. Oft sind es neue Figuren, die vorher nie erwähnt wurden und von denen man dann detailgetreu Dinge liest, die sich auf den ersten Blick nicht ins Gesamte einfügen. An sich muss ich sagen, dass die Autorin wirklich sehr detailliert schreibt und beschreibt, an manchen Stellen vielleicht ein wenig zu viel. Trotzdem verliert das Buch nie den Reiz, die Geschichte nie den Spannungsbogen. Auch wenn es nicht immer vorrangig um den tatsächlichen Mörder geht - alles hängt letztlich miteinander zusammen. Gezeichnet wird vor allem ein gutes Bild der Protagonistin, aber nach und nach.
Es hat daher ein wenig gedauert, bis ich mit der Figur warm geworden bin. Vielleicht mag es daran liegen, dass man viele Erzählperspektiven angeboten bekommt. Nicht alles ist aus der Sicht Lea Lands geschrieben - sondern eher immer in der Perspektive desjenigen, um den es gerade geht. So hat man als Leser der Profilerin immer eines voraus: man weiß einfach mehr und man weiß auch gleich zu Beginn des Buchs, wer der Gesuchte ist. Ein Rätselraten um die Identität des Killers sucht man hier vergebens. Und dennoch fiebert man mit ihr mit, ob sie es schafft, den Täter zu überführen. Und lauscht nebenbei immer wieder fasziniert dem Profil, was sie nach und nach von ihm zeichnet.
Das Buch ist anders, und auch an vielen Stellen nichts für weiche Gemüter. Detailliert wird hier alles beschrieben: ob es nun die letzten Stunden der Opfer, kranke Gedanken oder auch manche Sex-Szene ist. Dies sollte man wissen, wenn man sich auf das Buch einlässt.

Ich für meinen Teil fand den Thriller wirklich gut und werde mich demnächst an die Fortsetzung machen. Todesbotschafter heißt der zweite Teil, ist gerade erst erschienen und steht hier schon im Regal.

Verlag: Jerry Media Verlag
Seiten: 476
gelesene Ausgabe: Broschiert           Link zu Amazon

Valentina sucht das Glück - Hans Kruppa

Ein einzelner Blick und ein kleiner Moment - und was für andere nichtsbedeutend ist, nennt die Hauptakteurin Valentina "Schicksal" und macht sich auf die Suche in einer ihr fremden Stadt nach demjenigen, dessen Augenkontakt sie so gefesselt hat.
Sie sitzt in einem Zug, dieser hält an einem Bahnhof. Draußen ein Mann, der Valentina derart intensiv anschaut, dass ihr dieser Blick nicht mehr aus dem Kopf geht und sie kurzerhand wieder zurück fährt und sich auf die Suche nach ihrer vermeintlichen großen Liebe, nach ihrem Glück macht.
Der Anfang einer berührenden Suche mit einem unbeirrbarem Glauben, dass eben dieser Mann ihr Schicksal sei. Verrückt? Ein wenig schon.
Das Buch von Hans Kruppa hat nicht viele Seiten und eine verrückte Story. Aber es beinhaltet eine wunderbare Botschaft: "Wahre Liebe findet einen Weg", wenn auch manchmal etwas verworren und nicht gradlinig.
Auch wenn das Buch wirklich wenige Seiten hat und der Hauptcharakter Valentina nicht wirklich ausführlich beschrieben ist, war ich doch angetan von der Geschichte. Und wenn es nur durch den doch recht poetischen Erzählstil des Autors ist.
Mich hat Valentinas Geschichte sehr berührt, was an den Weisheiten, Aphorismen, kleinen Geschichten und der Tatsache liegt, dass man über das hier Geschriebene automatisch nachdenken muss. 
Wirklich reich ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann.
Ein kleines, poetisches, liebliches und wundervoll geschriebenes Buch für Zwischendurch. Sehr zu empfehlen.

Verlag: DTV
Seiten: 145
gelesene Ausgabe: Taschenbuch    Link zu Amazon

Das Glück ist ein flüchtiger Dieb - Johanna Wasser

Dem erfolgsversessenen Werbeagenturchef Steffen fällt eines Tages per Zufall ein Paket in die Hände, was eigentlich für seine Nachbarin Sophie bestimmt war. Der Inhalt: ihre eigenen Tagebücher, die ihre Erlebnisse auf dem Jakobsweg beinhalten. Völlig fasziniert beginnt er diese zu lesen und fühlt sich nach und nach mit der ihm eigentlich unbekannten Person verbunden.
Welchen Plan folgt die Liebe? Welche Wege beschreitet das Glück? Nach einigen Tagen fasst Steffen - verleitet durch eine unverhergesehene Nachricht - einen Plan. Nichtwissend, wie er ihre beiden Leben damit verändern wird.
Zugegeben, es fällt mir nicht leicht, diese Geschichte bzw. dieses Buch zusammen zu fassen.
Es beginnt alles mit einer Verwechslung oder einem Irrtum: Steffen - erfolgreicher Werbeagenturchef - findet eines Tages ein Päckchen vor seiner Tür. Nicht darauf achtend, an wen dies adressiert ist, macht er es auf und findet eine Art Reisetagebücher. Nachdem er bemerkt hat, dass diese eigentlich nicht für ihn bestimmt sind, packt ihn jedoch die Neugier - er fängt an zu lesen.
Dieser Teil des Buchs ist wirklich sehr gut und liest sich weg wie nix. Besonders die Passagen mit den Erlebnissen von Sophie hatten ihen eigenen Charakter und hätten fast schon ein Buch für sich sein können. Wunderbar geschrieben. Spannend. Die Autorin hat es geschafft, mich mit Sophies Schilderungen vom Jakobsweg schlicht zu fesseln.
Auch die damit zusammen hängende Veränderung von Steffen - als Leser - ist der Autorin wunderbar gelungen. Aber nach dem Beenden der Tagebücher und der Wiederkehr Sophies war ich ein wenig "lost in space" - ich kann nicht genau erklären warum, aber die Geschichte verlor zwischendurch - und ohne die Tagebuch-Erlebnisse - ihren Reiz. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich wieder drin war in der Story. Aber alles in allem ist das Ende dann wieder gelungen und das Ganze fügt sich zu einem Gesamtbild.

An sich kein schlechtes Buch - und grade für und wegen den Tagebüchern und den Erlebnissen auf dem Jakobsweg unbedingt zu empfehlen. Bisweilen tiefgründig, zum Nachdenken anregend und vielleicht an manchen Stellen für mich zu langatmig.

Verlag: Petit Coeur
Seitenanzahl: 284 Seiten
gelesenes Format: Kindle Edition - Link zu Amazon